Latdorf, 01.08.2008:

Im ersten August- Wochenende war in der Gemeinde Latdorf ein Circus zu Gast. In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es in einem Wohnwagen zu einer Explosion, sodass der Wagen in Vollbrand stand. Nur durch schnelles Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Wagen verhindert werden. Personen oder Tiere wurden nicht verletzt. Im Einsatz waren:

  • FF Latdorf: TSF-W, MTW FF
  • Nienburg/Saale: TLF 16/25, LF-16 TS, ELW 1

Zirkuswagen in Flammen

Wohnmobil des Familienzirkusses «Kassandra» brennt nieder - Niemand verletzt von Lars Geipel, 03.08.08, 18:51h, aktualisiert 04.08.08, 08:01h

Halle/MZ. Dass die ganz große Katastrophe am Sportplatz in Latdorf verhindert wurde, war eigentlich nur dem puren Zufall zu verdanken. Der Bruder und die im fünften Monat schwangere Schwägerin von Carola Spindler, Chefin des Familienzirkusses "Kassandra", waren in der Nacht zum Freitag nach der einzigen Vorstellung noch einmal kurz in Bernburg, als es laut Zeugenaussagen gegen 23 Uhr offenbar plötzlich knallte.

Danach stand der leere Wohnwagen des Paares lichterloh in Flammen und brannte vollkommen nieder. Zwölf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Latdorf und 21 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Nienburg konnten wenigstens verhindern, dass der Brand nicht noch die anderen Wagen des kleinen Zirkusses in Mitleidenschaft zog. "Wir waren wie der Notarzt und der Rettungswagen rechtzeitig vor Ort.

Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit den Nienburger Feuerwehrkollegen haben wir gemeinsam wenigstens ein Übergreifen der Flammen verhindert", sagte Sebastian Eising, Leiter der Latdorfer Feuerwehr. Zudem leuchteten die Kameraden später noch dem hinzugerufenen Brandursachenermittler den niedergebrannten Wohnwagen aus. Nach erstem Stand der Ermittlungen könnte eine Gasflasche explodiert sein.

Allerdings ist unklar, was die Explosion ausgelöst hat. Doch trotz des Erfolges, den Brand in Grenzen gehalten zu haben, zeigte sich der 22-Jährige betroffen über das Unglück, das die sechsköpfige Künstlergruppe hart traf: "Nicht auszudenken, wenn in dem Wohnwagen noch jemand gewesen wäre oder sogar schon geschlafen hätte", meinte Eising. Zirkus-Chefin Carola Spindler war einfach nur glücklich, dass es ihrem Bruder und ihrer Schwägerin gut geht: "Materielle Werte kann man immer irgendwie noch ersetzen, Menschen aber nicht".

Allerdings brechen für das Künstlerensemble, das aus drei Erwachsenen und drei Kindern besteht und das zwölf Monate quer durch die Lande zieht, nun schwere Zeiten an. "Es geht jetzt weiter nach Förderstedt und Groß Mühlingen", sagte Carola Spindler. "Wir möchten niemandem auf der Tasche liegen und müssen Geld verdienen."

Deshalb spielte der Familienzirkus sogar am Samstagnachmittag, nur wenige Stunden nach dem verhängnisvollen Brand, eine Vorstellung für die Latdorfer.

Quelle: MZ